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Hurts - Faith (Album)Hurts sind zurück. Und zwar mit ihrem komplettesten Album in einer Dekade: Eine Platte über Wahrheit, Ehrlichkeit und Authentizität. Das Album - das inzwischen fünfte in der 10-Jährigen Karriere der Band - strotzt vor Selbstvertrauen, was in jeder Note der Musik spürbar ist und auch Basis des Albumtitels bildet: Faith - Glaube. >>

“Es ist die allumfassendste, schlüssigste und direkteste Musik, die wir jemals gemacht haben.“ sagt der Sänger der Band Theo Hutchcraft.

Im Gegensatz zu den Vorgängeralben Surrender (2015) und Desire (2017), die scheinbar mehr Leichtigkeit hatten, bietet Faith eine dunkle Selbstbetrachtung, die an die frühere Arbeit der Band anknüpft. Nämlich an der Rauheit von Exile (2013) und an der Aufrichtigkeit in Happiness (2010), ihrem Debütalbum. Das Ergebnis ist kraftvoll und greifbar.

Seit ihrer Gründung, in Manchester 2009, haben Hutchcraft und Multiinstrumentalist Adam Anderson die Erwartungen an das, was ihre Band - oder auch jede andere Band - sein oder tun sollte, absichtlich untergraben.

Man hat das Gefühl, dass sie den Nervenkitzel genießen Grenzen zu verschieben (und vielleicht noch mehr den Nervenkitzel, dafür im Gegenwind zu stehen). Für sie ging es schon immer darum, "Popmusik verzerren zu wollen und sie auf eine andere Plattform zu stellen, als sie es normalerweise tut", wie Hutchcraft es ausdrückt.

Es ist eine Idee, die dazu geführt hat, dass die Band eine Legion von Fans außerhalb Großbritanniens gewonnen hat, in so unterschiedlichen Ländern wie Deutschland, Finnland, Russland und Japan. Das eine Land zelebriert die Band für ihre Düsterkeit und das andere Land huldigt Hurts als Pop Act.

Was Faith so lapidar beweist ist, dass weder die eine Hörerschaft, noch die andere falsch liegt. Es war eine lange Reise. Aber bei einem Werk, das so völlig anders ist als alle anderen, haben sie den Luxus, auf jedes Element ihres Backkatalogs zurückgreifen zu können, um eine Platte zu schaffen, die genauso klingt wie, na ja, wie sie selbst.

“Wenn du mir, als wir damit anfingen, gesagt hättest, wie kohärent, kraftvoll und authentisch es in ein paar Monaten sein wird, hätte ich dir wahrscheinlich nicht geglaubt.“ sagt Anderson. “An einem gewissen Punkt, dachte ich, dass wir keine Chance hätten.“

Faith ist ein Album, dass aus einer Krise heraus entstand. Während Anderson bereits über seinen Kampf gegen psychische Krankheiten schrieb, seine Erfahrungen mit Angst und Depressionen 2017 in einem offenen Brief teilte, kamen auch Hutchcrafts innere Dämonen während der anfänglichen Sessions zum neuen Album zum Vorschein. Dies führte dazu, dass er sich nicht mehr sicher war, ob die Band weiterhin bestehen konnte oder nicht.

“Ich war körperlich und mental absolut am Ende,” sagt er über die Zeit nach der letzten Tour der Band im Jahre 2018. “Ab einem gewissen Punkt musste ich einfach aufhören und eine Zeitlang nichts tun. Ich konnte nicht denken, mich nicht fokussieren, ich konnte gar nichts. Und ehrlich gesagt, ich wusste nicht, was die Zukunft bringen wird. Ob wir jemals wieder ein Album machen würden.”

Nach einer gescheiterten Session in LA und einer Zeit des Aufs und Abs in Schweden, kam endlich der Wendepunkt als sie den zentralen Song auf dem Album schrieben und aufnahmen: All I Have To Give.

“Wir hatten diese Melodie und die Akkordsequenz und Theo, der wirklich mit sich ringen musste, ging weg, um an den Zeilen zu arbeiten.“ beschreibt Anderson. “Ich erinnere mich, wie er am nächsten Tag kam und zögerlich anfing mir vorzusingen. Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt war sein Selbstvertrauen buchstäblich verschwunden.”

Anderson beschreibt ein Gefühl, als müsse er wegsehen, während Hutchcraft sang, “weil sie die schönsten, ehrlichsten Zeilen waren”, die er jemals von seinem musikalischen Partner gehört hat.

“Es war wirklich überwältigend für mich. Es war so, als würde ich ihn das erste Mal singen hören. Ich habe noch nie erlebt, dass er so über sich selbst gesungen hat. Und als wir den Song gemacht haben, fühlte es sich an wie ein Durchbruch. Sein Selbstvertrauen kam zurück und er war auf diesem Album besser denn je.“

Während man sich durch das Album hört sticht eine gewisse Sicherheit heraus. Begonnen mit der unheimlich vorausschauenden ersten Single Voices, ein Song über die Isolation, welcher während des Lock-Down veröffentlicht wurde. Bis hin zum vielschichtigen Slave To Your Love, dessen Outro wie aus einem Horrorfilm geschnitten scheint. Das Selbstbewusstsein der Band kann auch auf der brillianten Single Suffer nicht überhört werden. Auf Dieser wurde die Kaffeemaschine des Aufnahmestudios mit grölenden Basssequenzen wiedergegeben. Wenn es einen Track gibt, der die Band perfekt zusammenfasst, dann ist es dieser.

“Ich glaube der Zauber liegt eben in diesen Momenten. Sie sind ein Grund, wieso wir noch immer zusammen Musik machen. Man zweifelt alles an, man überlegt auszusteigen und dann ein paar Stunden später fühlt man sich wie die Könige. Es ist eine sehr schizophrene Existenz, aber sie macht süchtig. Wie das Vergnügen und der Schmerz.”

Der wahrscheinlich überraschendste Moment des Albums kommt in Form, oder eher der Missform, von Fractured: “Wir wollten schon immer einen Song schreiben, der sich ungezähmt anfühlt und eines Tages taten wir es einfach” sagt Anderson über ein Lied, das genauso viel von Timbaland oder The Neptunes hat wie von Nine Inch Nails. Und es ist vollendet mit Worten, die so selbstzerstörerisch, wie selbstironisch sind; die Idee dahinter ist, dass kurz unter der Oberfläche immer jemand sein könnte, der weniger freundlich ist, als du denkst.

“Es gab Momente der Selbstzweifel, die sich durch das Album zogen, aber er [Hutchcraft] beschloss sie anzugehen. Er ist nicht davor weggerannt und das zahlt sich wirklich aus.“

Nirgends ist der Schlagabtausch der beiden Musiker so klar wie auf dem krönenden Stolz des Albums Redemption. Anderson beschreibt das Lied als “perfekten Zusammenschluss aus allem was beide für sich gut machen.“ Es brauchte ein Instrumental, geschrieben von Anderson an einem Weihnachtstag vor ein paar Jahren. Dieses wurde mit Hutchcrafts Versen verbunden, die von einer gelegentlichen Leere eines Mittdreißigers sprechen. Traurig und persönlich endet es in dem wahrhaftesten Arrangement in der Karriere der Band: zwei Musiker, die an ihrem Höhepunkt angelangt sind, ziehen ihre Inspiration aus der Verzweiflung.

“Es gab nur wenig Kompromisse während der Arbeit an diesem Album,” sagt Hutchcraft. “Wir glauben, dass wenn wir genau das tun würden, was wir wollten und wie wir wollten und keine Kompromisse eingingen, würden wir durchkommen. Wir mussten einfach den Glauben daran haben.”

Was Faith also geworden ist ist der Sound einer Band, die sich selbstständig nach vorne kämpft. Beide Musiker zusammen als Individuen. Sie haben auf die Details geachtet, kommunizierten, was sie sagen wollten und kreierten somit die ehrlichste Ausführung ihrer Band, die es bisher gab. Mehr noch, sie taten es mithilfe des bedingungslosen Vertrauens in den jeweils Anderen und das Projekt, welches nun diesen Namen trägt.

“Ich denke, das wollten wir in der Musik rüberbringen, das Vertrauen in uns selbst und zu dem was wir tun,” sagt Hutchcraft.

“Mit jedem Album, das wir machten, kehrten wie dem Vorgänger dem Rücken zu. Zu düster, zu viel Leichtigkeit, immernoch zu viel davon. Aber rückblickend auf die zehn Jahre betrachtet macht es nun Sinn. Das ist das Ziel. Nun denke ich gerne, dass wir mehr zu sagen hatten, als ein Album oder zwei Alben sagen können. Nach fünf Stück sehe ich endlich ein vollständigeres Bild der Band. Zumindest ist dieses Bild für den Betrachter nun vollständiger als davor.

Es zeigt sich, alles was es brauchte war ein bisschen Faith.

Quelle: Lento Records

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